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4.2. Installieren, Schritt für Schritt

4.2.1. Booten und Starten des Installationsprogramms

Sobald das BIOS damit begonnen hat, von der CD-ROM oder DVD-ROM hochzufahren, erscheint das Menü des Isolinux Boot-Loaders. Zu diesem Zeitpunkt ist der Linux-Kernel noch nicht geladen; das Menü ermöglicht es Ihnen, den zu ladenden Kernel auszuwählen und mögliche Parameter einzugeben, die an ihn im Verlauf des Vorgangs weitergeleitet werden sollen.
Für eine Standardinstallation müssen Sie nur "Installieren" oder "Grafische Installation" wählen (mit den Pfeiltasten) und dann die Eingabetaste drücken, um den Rest des Installationsvorgangs zu initiieren. Wenn es sich bei der DVD-ROM um ein "Multi-Arch"-Medium handelt und das Gerät über einen Intel- oder AMD-64-Bit-Prozessor verfügt, ermöglichen diese Menüoptionen die Installation der 64-Bit-Variante (amd64) und die Installation der 32-Bit-Variante bleibt in einem dedizierten Untermenü verfügbar ("32-Bit-Installationsoptionen"). Wenn Sie einen 32-Bit-Prozessor besitzen, haben Sie keine Wahl und die Menüeinträge installieren die 32-Bit-Variante (i386).
Hinter jedem Menü-Eintrag verbirgt sich eine bestimmte Boot-Befehlszeile, die nach Bedarf konfiguriert werden kann, indem man die TAB-Taste drückt, den Eintrag überprüft und anschließend weiter hochfährt. Der Menü-Eintrag „Help“ zeigt die alte Befehlszeilenschnittstelle an, bei der die F1- bis F10-Tasten verschiedene Hilfefenster mit Einzelheiten zu den unterschiedlichen Optionen anzeigen, die an der Eingabeaufforderung zur Verfügung stehen. Sie werden diese Option nur selten benötigen, außer in sehr besonderen Fällen.
Der „Experten“-Modus (erreichbar über das Menü „Advanced Options“) zeigt ausführlich alle Optionen, die während des Installationsprozesses verwendet werden können, und erlaubt es, die einzelnen Schritte anzusteuern, ohne dass diese automatisch in der vorgegebenen Reihenfolge ablaufen. Seien Sie vorsichtig: dieser sehr ausführliche Modus kann aufgrund der Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten verwirrend sein.
The "rescue" mode, also accessible in the “Advanced options” menu, allows to recover a broken system or fix the bootloader. After presenting the first few screens of the installer, it will allow to enter a shell prompt in the file system you selected to perform any necessary actions, or allow to re-install the bootloader.
Startbildschirm

Abbildung 4.1. Startbildschirm

Once booted, the installation program guides you step by step throughout the process. This section presents each of these steps in detail. Here we follow the process of an installation from an amd64 DVD-ROM (more specifically, the RC3 version of the installer for Bullseye); netinst installations, as well as the final release of the installer, may look slightly different. We will also address installation in graphical mode, but the only difference from “classic” (text-mode) installation is in the visual appearance.

4.2.2. Die Sprache wählen

Das Installationsprogramm beginnt in Englisch, jedoch ermöglicht der erste Schritt es dem Benutzer, die Sprache zu wählen, die im weiteren Verlauf verwendet wird. Zum Beispiel wird nach der Wahl von Deutsch eine vollständig ins Deutsche übersetzte Installation (und als Ergebnis ein auf Deutsch konfiguriertes System) bereitgestellt. Diese Wahl dient auch dazu, in den anschließenden Schritten passendere Voreinstellungen festzulegen (insbesondere die Tastaturbelegung).
Die Sprache wählen
Die Sprache wählen

Abbildung 4.2. Die Sprache wählen

4.2.3. Das Land wählen

Der zweite Schritt besteht darin, Ihr Land auszuwählen. In Kombination mit der Sprache ermöglicht diese Information es dem Programm, die geeignetste Tastaturbelegung anzubieten. Es hat auch Auswirkungen auf die Einstellung der Zeitzone.
Das Land wählen
Das Land wählen

Abbildung 4.3. Das Land wählen

4.2.4. Die Tastaturbelegung auswählen

Die vorgeschlagene Tastaturbelegung „Deutsch“ entspricht der normalen QWERTZ-Belegung.
Auswahl der Tastatur
Auswahl der Tastatur

Abbildung 4.4. Auswahl der Tastatur

4.2.5. Hardwareerkennung

Dieser Schritt läuft in der weit überwiegenden Anzahl von Fällen völlig selbstständig ab. Das Installationsprogramm erkennt Ihre Hardware und versucht, das verwendete CD-ROM-Laufwerk zu identifizieren, um auf seinen Inhalt zuzugreifen. Es lädt die Module entsprechend der jeweils erkannten Hardwarekomponenten und „hängt“ dann die CD-ROM „ein“, um sie zu lesen. Die bisherigen Schritte waren vollständig in dem auf der CD enthaltenen Boot-Image enthalten, einer Datei begrenzter Größe, die vom BIOS während des Hochfahrens von der CD in den Arbeitsspeicher geladen wurde.
Das Installationsprogramm kommt mit der weit überwiegenden Mehrzahl von Laufwerken zurecht, insbesondere mit den standardmäßigen ATAPI-Peripheriegeräten (manchmal auch als IDE und EIDE bezeichnet). Falls aber die Erkennung des CD-ROM-Laufwerks fehlschlägt, bietet das Installationsprogramm an, ein zum CD-ROM-Treiber passendes Kernelmodul (zum Beispiel von einem USB-Stick) zu laden.

4.2.6. Komponenten laden

Nachdem nun der Inhalt der CD verfügbar ist, lädt das Installationsprogramm alle für seine weitere Arbeit erforderlichen Dateien. Hierzu gehören zusätzliche Treiber für die übrige Hardware (vor allem die Netzwerkkarte) wie auch alle Komponenten des Installationsprogramms.

4.2.7. Netzwerk-Hardware erkennen

This automatic step tries to identify the network card and load the corresponding module. If automatic detection fails, you can manually select the module to load. If no module works, it is possible to load a specific module from a removable device. This last solution is usually only needed if the appropriate driver is not included in the standard Linux kernel, but available elsewhere, such as the manufacturer's website or in firmware archives/packages.
Dieser Schritt muss bei netinst-Installationen auf jeden Fall erfolgreich sein, da die Debian-Pakete aus dem Netzwerk geladen werden müssen.

4.2.8. Konfigurieren des Netzwerks

In dem Bestreben, den Vorgang möglichst weitgehend zu automatisieren, unternimmt das Installationsprogramm den Versuch einer automatischen Netzwerkkonfiguration durch DHCP (bei IPv4) oder durch Netzwerkerkennung (bei IPv6). Falls dieser fehlschlägt, bietet es mehrere Wahlmöglichkeiten an: es ein weiteres Mal mit einer normalen DHCP-Konfiguration zu versuchen, eine DHCP-Konfiguration mit Angabe des Rechnernamens zu probieren, oder eine statische Netzwerkkonfiguration einzurichten.
Diese letzte Option erfordert die Angabe einer IP-Adresse, einer Subnetzmaske, einer IP-Adresse für ein eventuelles Gateway und eines Domain-Namens.

4.2.9. Administrator-Passwort

The super-user root account, reserved for the machine's administrator, is automatically created during installation; this is why a password is requested. The installer also asks for a confirmation of the password to prevent any input error, which would later be difficult to amend. Note that you can leave both fields empty if you want the root account to be disabled. In that case, the login for the root user will be deactivated and the first regular user — that will be created by the installer in the next step — will have administrative rights through sudo (see Abschnitt 8.9.4, „Administratorrechte gemeinsam nutzen“).
Administrator-Passwort

Abbildung 4.5. Administrator-Passwort

4.2.10. Den ersten Benutzer erstellen

Debian erzwingt auch das Anlegen eines normalen Nutzerkontos, so dass der Administrator nicht die schlechte Angewohnheit entwickelt, als Root zu arbeiten. Das Vorsorgeprinzip bedeutet im Kern, dass jede Aufgabe mit den geringst erforderlichen Rechten ausgeführt wird, um so den durch menschliches Versagen verursachten Schaden zu begrenzen. Deshalb fragt das Installationsprogramm nach dem vollständigen Namen des ersten Nutzers, seinem Benutzernamen und seinem Passwort (zweimal, um die Gefahr einer fehlerhaften Eingabe zu vermeiden).
Name des ersten Benutzers

Abbildung 4.6. Name des ersten Benutzers

4.2.11. Die Uhr einstellen

Wenn das Netzwerk zugänglich ist, wird die interne Systemuhr (durch einmaligen Zugriff) über einen NTP-Server gestellt. Auf diese Weise sind die Zeitstempel der Protokolldateien vom ersten Startvorgang an korrekt. Damit sie im Zeitverlauf durchgehend genau bleiben, muss nach der anfänglichen Installation ein NTP-Deamon eingerichtet werden (siehe Abschnitt 8.9.2, „Zeitsynchronisierung“).

4.2.12. Platten und andere Geräte erkennen

In diesem Schritt werden automatisch die Festplatten erkannt, auf denen Debian installiert werden kann. Sie werden im nächsten Schritt, der Partitionierung, angezeigt.

4.2.13. Das Partitionierungswerkzeug starten

Der Schritt des Partitionierens ist für neue Nutzer normalerweise schwierig. Die verschiedenen Teile der Platten (oder „Partitionen“), auf denen die Linux-Dateisysteme und der virtuelle Speicher (Swap) abgelegt werden sollen, müssen bestimmt werden. Diese Aufgabe wird noch schwieriger, wenn sich auf dem Rechner bereits ein anderes Betriebssystem befindet, das Sie behalten möchten. Sie müssen dann auf jeden Fall sicherstellen, dass dessen Partitionen nicht verändert werden (oder dass Sie ihre Größe verändern, ohne Schaden anzurichten).
Glücklicherweise verfügt das Partitionierungsprogramm über einen „geführten“ Modus, der dem Nutzer die einzurichtenden Partitionen vorschlägt - in den meisten Fällen können Sie die Vorschläge des Programms einfach bestätigen.
Wahl der Partitionierungsart

Abbildung 4.7. Wahl der Partitionierungsart

The first screen in the partitioning tool offers the choice of using an entire hard drive to create various partitions. For a (new) computer which will solely use Linux, this option is clearly the simplest, and you can choose the option “Guided - use entire disk”. If the computer has two hard drives for two operating systems, setting one drive for each is also a solution that can facilitate partitioning. In both of these cases, the next screen offers to choose the disk where Linux will be installed by selecting the corresponding entry (for example, “SCSI1 (0,0,0) (sda) - 53.7 GB ATA QEMU HARDDISK”). You then start guided partitioning.
Für geführtes Partitionieren zu verwendende Platte

Abbildung 4.8. Für geführtes Partitionieren zu verwendende Platte

Geführtes Partitionieren kann auch statt Partitionen logische Datenträger unter LVM einrichten (siehe unten). Da der Rest des Verfahrens jedoch der gleiche ist, werden wir die Option „Geführt - gesamte Platte verwenden und LVM einrichten“ (verschlüsselt oder nicht) nicht durchgehen.
In anderen Fällen, wenn Linux neben anderen bereits existierenden Partitionen laufen muss, müssen Sie manuelles Partitionieren wählen.

4.2.13.1. Geführtes Partitionieren

Das Programm zum geführten Partitionieren bietet drei Partitionierungsmethoden an, die unterschiedlichen Einsätzen entsprechen.
Geführtes Partitionieren

Abbildung 4.9. Geführtes Partitionieren

Die erste Methode heißt „Alle Dateien in eine Partition“. Der gesamte Linux-Systembaum wird in einem einzigen zum Stammverzeichnis / gehörenden Dateisystem abgelegt. Diese einfache und stabile Partitionierung passt ausgezeichnet zu einem personengebundenen oder Einzelplatzsystem. Eigentlich werden zwei Partitionen erstellt: die erste nimmt das gesamte System auf, die zweite den virtuellen Speicher (Swap).
Die zweite Methode, „Separate /home-Partition“, ist ähnlich, teilt jedoch die Dateihierarchie in zwei Partitionen auf: Eine Partition enthält das Linux-System (/) und die zweite die „home-Verzeichnisse“ (das heißt Nutzerdaten in Dateien und Unterverzeichnissen unter /home/).
Die letzte Partitionierungsmethode, „eigene /home-, /var- und /tmp-Partitionen“ genannt, ist für Server und Mehrplatzsysteme geeignet. Sie teilt den Verzeichnisbaum in zahlreiche Partitionen: zusätzlich zu den Wurzel- (/) und Benutzerkonten (/home/) enthält sie auch Partitionen für Serverprogrammdaten (/var/) und temporäre Dateien (/tmp/). Diese Unterteilung hat mehrere Vorteile. Nutzer können den Server nicht blockieren, indem sie den gesamten verfügbaren Festplattenplatz verbrauchen (sie können nur /tmp/ und /home/ auffüllen). Und die Daemon-Daten (vor allem Protokolle) können nicht mehr den Rest des Systems verstopfen.
Nach der Auswahl der Partitionierungsmethode berechnet das Programm einen Vorschlag und zeigt ihn auf dem Bildschirm an; der Nutzer kann ihn dann, falls erforderlich, abändern. Insbesondere können Sie ein anderes Dateisystem wählen, falls die Standardauswahl (ext4) nicht zweckmäßig ist. In den meisten Fällen ist die vorgeschlagene Partitionierung jedoch sinnvoll und kann durch die Auswahl des Eintrags „Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen“ angenommen werden.
Das Partitionieren bestätigen

Abbildung 4.10. Das Partitionieren bestätigen

4.2.13.2. Manuelles Partitionieren

Manuelles Partitionieren bietet größere Flexibilität, indem sie es dem Nutzer ermöglicht, den Verwendungszweck und die Größe jeder Partition zu wählen. Darüber hinaus ist dieser Modus unumgänglich, wenn Sie Software-RAID verwenden möchten.
Der erste Bildschirm zeigt die verfügbaren Festplatten, ihre Partitionen und jeglichen freien Speicherplatz, der noch nicht partitioniert ist. Sie können jedes der angezeigten Elemente auswählen; durch Drücken der Eingabe-Taste wird dann eine Liste der möglichen Aktionen angezeigt.
Sie können alle Partitionen auf der Platte löschen, indem Sie sie auswählen.
Wenn Sie freien Speicherplatz auf einer Platte auswählen, können Sie manuell eine neue Partition erstellen. Sie können dies auch mittels einer geführten Partitionierung tun, was eine interessante Lösung für eine Platte ist, die bereits ein anderes Betriebssystem enthält, die Sie jedoch für Linux in der üblichen Weise partitionieren möchten. Siehe Abschnitt 4.2.13.1, „Geführtes Partitionieren“ für mehr Einzelheiten zur geführten Partitionierung.
Editing/creating a partition

Abbildung 4.11. Editing/creating a partition

Bei der Auswahl einer Partition können Sie angeben, in welcher Weise Sie sie verwenden möchten:
  • formatieren und durch Auswahl eines Einhängepunkts in den Verzeichnisbaum aufnehmen;
  • als Swap-Partition verwenden;
  • zu einem „physikalischen Datenträger für die Verschlüsselung“ machen (um die Vertraulichkeit der Daten auf bestimmten Partitionen zu schützen, siehe unten);
  • zu einem „physikalischen Datenträger für LVM“ machen (dieses Konzept wird weiter unten in diesem Kapitel ausführlicher erläutert);
  • als RAID-Laufwerk verwenden (siehe weiter unten in diesem Kapitel);
  • oder sie nicht zu verwenden und daher unverändert zu lassen.

4.2.13.3. Mehrplattenlaufwerke konfigurieren (Software-RAID)

Some types of RAID allow the duplication of information stored on hard drives to prevent data loss in the event of a hardware problem affecting one of them. Level 1 RAID keeps a simple, identical copy (mirror) of a hard drive on another drive, while level 5 or 6 RAID splits redundant data over several disks, thus allowing the complete reconstruction of a failing drive.
Wir werden nur Level-1-RAID beschreiben, das am einfachsten umzusetzen ist. Der erste Schritt besteht darin, zwei Partitionen gleicher Größe auf zwei verschiedenen Festplatten einzurichten und sie als „physikalisches Laufwerk für RAID“ zu bezeichnen.
Anschließend müssen Sie im Partitionierungsprogramm die Option „Software-RAID konfigurieren“ auswählen, um diese beiden Partitionen zu einer neuen virtuellen Platte zusammenzuführen, und dann auf dem Konfigurationsbildschirm „MD-Gerät erstellen“ auswählen. Danach müssen Sie eine Reihe von Fragen zu diesem neuen Gerät beantworten. Als erstes wird nach dem zu verwendenden RAID-Level gefragt, der in unserem Fall „RAID1“ ist. Als zweites wird nach der Anzahl der aktiven Geräte gefragt - in unserem Fall zwei, was der Anzahl der Partitionen entspricht, die bei diesem MD-Gerät verwendet werden. Als drittes wird nach der Anzahl von Reservegeräten gefragt - 0; wir haben keine zusätzliche Platte vorgesehen, um für eine möglicherweise defekte Platte einzuspringen. Die letzte Frage fordert Sie auf, die Partitionen für das RAID-Gerät auszuwählen - dies sollten die beiden sein, die wir für diesen Zweck vorgesehen haben (achten Sie darauf, nur die Partitionen auszuwählen, bei denen ausdrücklich „raid“ vermerkt ist).
Im Hauptmenü erscheint nun eine neue virtuelle „RAID“-Platte. Diese Platte wird als einzelne nicht löschbare Partition dargestellt, deren Verwendung wir jedoch wählen können (gerade so wie bei jeder anderen Partition).
Für weitere Einzelheiten zu RAID-Funktionen siehe Abschnitt 12.1.1, „Software-RAID“.

4.2.13.4. Den Logical Volume Manager (LVM) konfigurieren

LVM ermöglicht es Ihnen, „virtuelle“ Partitionen zu erstellen, die sich über mehrere Platten erstrecken. Dies hat zwei Vorteile: die Größe der Partitionen wird nicht mehr durch die individuellen Platten begrenzt, sondern durch ihre gesamte Größe, und Sie können jederzeit die Größe einer bestehenden Partition verändern, eventuell nachdem Sie, wenn nötig, eine weitere Platte hinzugefügt haben.
LVM verwendet eine besondere Terminologie: eine virtuelle Partition ist ein „logisches Volume“, das wiederum Teil einer „Volume-Gruppe“ oder einer Verbindung mehrerer „physikalischer Volumes“ ist. Jeder dieser Begriffe bezieht sich tatsächlich auf eine „reale“ Partition (oder ein Software-RAID-Laufwerk).
Diese Technik arbeitet auf sehr einfache Weise: jedes Volume, ob physikalisch oder logisch, wird in Blöcke gleicher Größe unterteilt, die durch den LVM miteinander in Übereinstimmung gebracht werden. Durch das Hinzufügen einer neuen Platte wird ein neues physikalisches Volume erzeugt, und diese neuen Blöcke können dann jeder beliebigen Volume-Gruppe zugeordnet werden. Alle Partitionen einer derartig erweiterten Volume-Gruppe erhalten so zusätzlichen Raum, in den sie sich ausdehnen können.
Das Partitionierungsprogramm konfiguriert LVM in mehreren Schritten. Zunächst müssen Sie auf den vorhandenen Festplatten die Partitionen erstellen, die „physikalische Volumes für LVM“ sein werden. Um LVM zu aktivieren, müssen Sie die Option „Logical Volume Manager konfigurieren“ auswählen und dann auf demselben Konfigurationsbildschirm die Option „Volume-Gruppe erstellen“, der dann die bestehenden physikalischen Volumes zugeordnet werden. Schließlich können Sie logische Volumes innerhalb dieser Volume-Gruppe erstellen. Beachten Sie, dass das automatische Partitionierungssystem alle diese Schritte selbstständig ausführen kann.
Im Partitionierungsmenü erscheint jedes physikalische Volume als Platte mit einer einzelnen Partition, die nicht gelöscht werden kann, die Sie jedoch nach Wunsch verwenden können.
Die Verwendung des LVM ist in Abschnitt 12.1.2, „LVM“ ausführlicher beschrieben.

4.2.13.5. Verschlüsselte Partitionen einrichten

Um die Vertraulichkeit Ihrer Daten sicherzustellen, zum Beispiel beim Verlust oder Diebstahl Ihres Rechners oder einer Festplatte, ist es möglich, die Daten auf einigen Partitionen zu verschlüsseln. Dieses Merkmal kann unterhalb jedes Dateisystems eingefügt werden, da wie LVM auch, Linux (genauer der dm-crypt-Treiber) den Device Mapper benutzt, um eine virtuelle Partition (deren Inhalt geschützt wird) auf der Grundlage einer darunter liegenden Partition zu erstellen, die die Daten in verschlüsselter Form aufnimmt (dank LUKS, Linux Unified Key Setup, einem Standardformat, das das Speichern von verschlüsselten Daten wie auch von Meta-Informationen zur Angabe des verwendeten Verschlüsselungsalgorithmus ermöglicht).
Zur Erstellung einer verschlüsselten Partition müssen Sie zunächst einer vorhandenen Partition diesen Zweck zuweisen. Hierzu wählen Sie eine Partition aus und zeigen an, dass sie als „physikalisches Volume für Verschlüsselung“ verwendet werden soll. Nachdem Sie die Platte, die das zu erstellende physikalische Volume enthält, partitioniert haben, wählen Sie „verschlüsselte Volumes konfigurieren“ aus. Das Programm wird dann vorschlagen, das physikalische Volume mit Zufallsdaten vorzubereiten (was das Auffinden der wirklichen Daten schwieriger macht), und wird Sie bitten, eine „Verschlüsselungs-Passphrase“ einzugeben, die Sie in Zukunft jedes Mal, wenn Sie Ihren Rechner starten, eingeben müssen, um Zugang zum Inhalt der verschlüsselten Partition zu erhalten. Nachdem Sie diesen Schritt erledigt haben und zum Menü des Partitionierungsprogramms zurückgekehrt sind, werden Sie dort eine neue Partition in einem „verschlüsselten Volume“ vorfinden, die Sie dann wie jede andere Partition konfigurieren können. In den meisten Fällen wird diese Partition als physikalisches Volume für LVM verwendet, um so mehrere Partitionen (logische Volumes unter LVM) mit demselben Verschlüsselungscode zu schützen, einschließlich der Swap-Partition (siehe Seitenleiste SICHERHEIT Verschlüsselte Swap-Partition).

4.2.14. Das Grundsystem installieren

Dieser Schritt, der keinen Eingriff des Nutzers erfordert, installiert die Pakete des Debian-„Grundsystems“. Hierzu gehören die Hilfsprogramme dpkg und apt, mit denen Debian-Pakete verwaltet werden, wie auch die zum Hochfahren und Starten des Systems erforderlichen Dienstprogramme.
Installation des Grundsystems

Abbildung 4.12. Installation des Grundsystems

4.2.15. Den Paketmanager (apt) konfigurieren

In order to be able to install additional software, APT needs to be configured and told where to find Debian packages. This step is as automated as possible.
If getting packages from the network is requested, the installer allows to choose a server from which to download these packages, by choosing first a country, then a mirror available in that country. A mirror is a public server hosting copies of all the files of the Debian master archive.
Einen Debian-Spiegelserver auswählen

Abbildung 4.13. Einen Debian-Spiegelserver auswählen

Schließlich schlägt das Programm vor, einen HTTP-Proxy zu verwenden. Falls kein Proxy vorhanden ist, besteht eine direkte Internetverbindung. Wenn Sie http://proxy.falcot.com:3128 eingeben, wird Apt den Falcot proxy/cache, ein „Squid“-Programm, verwenden. Sie können diese Einstellungen finden, indem Sie sich die Konfiguration eines Webbrowsers auf einem anderen Rechner, der mit demselben Netzwerk verbunden ist, ansehen.
Die Dateien Packages.xz und Sources.xz werden dann automatisch heruntergeladen, um die Liste der von APT erkannten Pakete zu aktualisieren.

4.2.16. Debian-Paketpopularitätswettbewerb

Das Debian-System enthält ein Paket namens popularity-contest, dessen Aufgabe darin besteht, Statistiken über die Paketnutzung zu erstellen. Es sammelt jede Woche Informationen über die installierten und in jüngster Zeit benutzten Pakete und sendet diese Informationen anonym an die Debian-Projektserver. Das Projekt kann diese Informationen dann dazu benutzen, die relative Bedeutung jedes Pakets zu bestimmen, die die ihm gewährte Priorität beeinflusst. Insbesondere werden die „populärsten“ Pakete in die Installations-CD-ROM aufgenommen, wodurch ihr Zugang für Nutzer erleichtert wird, die sie nicht herunterladen oder ein vollständiges Set kaufen möchten.
Dieses Paket wird aus Rücksicht auf die Vertraulichkeit der Nutzung durch die Anwender nur auf Nachfrage aktiviert.

4.2.17. Pakete zur Installierung auswählen

The following step allows you to choose the purpose of the machine in very broad terms; the twelve suggested tasks correspond to lists of packages to be installed. The list of the packages that will actually be installed will be fine-tuned and completed later on, but this provides a good starting point in a simple manner.
This step can require a full set of installation media or an internet connection and a working mirror setup as described above.
Einige Pakete werden auch nach Maßgabe der erkannten Hardware automatisch installiert (dank des Programms discover-pkginstall aus dem Paket discover).
Wahlmöglichkeiten

Abbildung 4.14. Wahlmöglichkeiten

4.2.18. Den Boot-Loader GRUB installieren

Der Boot-Loader ist das erste vom BIOS gestartete Programm. Er lädt den Linux-Kernel in den Speicher und führt ihn dann aus. Häufig bietet er ein Menü an, das es dem Nutzer ermöglicht, den zu ladenden Kernel oder das zu startende Betriebssystem auszuwählen.
Standardmäßig enthält das von GRUB vorgeschlagene Menü alle installierten Linux-Kernel, wie auch alle anderen erkannten Betriebssysteme. Daher sollten Sie den Vorschlag akzeptieren, es in den Master Boot Record zu installieren. Da das Behalten älterer Kernelversionen die Möglichkeit wahrt, dasselbe System zu starten, auch wenn der zuletzt installierte Kernel fehlerhaft oder schlecht an die Hardware angepasst wurd, ist es am besten, stets einige der älteren Kernel-Versionen beizubehalten.
GRUB is the default bootloader installed by Debian thanks to its technical superiority: it works with most filesystems and therefore doesn't require an update after each installation of a new kernel, since it reads its configuration during boot and finds the exact position of the new kernel. Version 1 of GRUB (now known as “Grub Legacy”) couldn't handle all combinations of LVM and software RAID; version 2, installed by default, is more complete. While there may still be situations where it is preferable to install LILO (another bootloader); the Debian installer does no longer support the installation of it.
Es ist erwähnenswert, dass GRUB kein einzelner Bootloader ist, sondern eher eine Sammlung von Bootloadern, die für verschiedene Fälle geeignet sind. Die zahlreichen Binärpakete, die aus dem GRUB-Quellpaket entstehen, spiegeln das wider: grub-efi-amd64 für Booten von 64-Bit-PCs im UEFI-Modus, grub-efi-ia32 für Booten von 32-Bit-PCs im UEFI-Modus, grub-pc für Booten von PCs im BIOS-Modus, grub-uboot für ARM-Computer, usw.
Für weitere Informationen zur Konfiguration von GRUB sehen Sie bitte hier nach: Abschnitt 8.8.2, „Konfigurierung von GRUB 2“.

4.2.19. Die Installation fertigstellen und neu starten

Die Installation ist nun abgeschlossen, das Programm bittet Sie, die CD-ROM aus dem Laufwerk zu entfernen und den Rechner neu zu starten.
Installation complete
Installation complete

Abbildung 4.15. Installation complete